Der Onlinehandel boomt. Im Jahre 2016 verschickte Amazon sein erstes Paket per
Drohne. Es wurde 13 Minuten nach der Bestellung zugestellt.
Die drohne wurde durch den Gründer Amazons, Jeff Bezos, mit vielen Lichtsensoren, Tiefensensoren, Akustiksensoren, Infrarot und Kameras ausgestattet und ist seit 2016 patentiert. Der Flieger soll die menschliche Gestik und akkustische Signale erkennen und zielgerichtet reagieren können.
Paketboten vom Himmel
Eine Paketlieferung mit einer Drohne hat viele Vorteile. Sie ist deutlich günstiger und schneller als die Paketlieferung per Landweg.Abgelegenere, ländliche Gebiete können leichter erreicht werden. Die Lieferung per Drohne ist auch noch umweltfreundlich, denn Abgase werden nicht produziert.
Auch UPS startete Versuche für die Paketauslieferung durch die Himmelsboten. Die Paketlieferung per Drohne hat auch finanzielle Vorteile. UPS errechnete beispielsweise, dass im Jahr rund fünzig Millionen US Dollar eingespart werden könnten.
Der Transport per Drohne ist allerdings nur für leichte Päckchen geeignet. Vorallem Medikamente, Bücher oder Lebensmittel könnten so schnell ihr Ziel beim Kunden erreichen. Mit Sicherheit würde die Paketlieferung per Drohne auch die Bestellzahlen erhöhen.
Nicht zu verachten ist auch der Umweltvorteil bei der Paketlieferung per Drohne. Ein Forscherteam aus den USA betrachtete dies näher und stellte ganz klar einen deutlichen Umweltvorteil gegenüber der Paketlieferung auf dem Landweg fest.
Allerdings bezog sich diese Untersuchung vorallem auf kleine Drohnen. Größere Drohnen würden eine schlechtere Umweltbilanz aufweisen, da auf einen Transporter viel mehr Pakete passen, als auf eine Drohne.
Die meisten registrierten Drohnen befinden sich in privatem Besitz.
Bestimmungen zu Drohnen
Es existieren unterschiedliche Ländervorschriften, wie die Himmelsboten geflogen werden dürfen. In Großbritannien darf eine Drohne nur tagsüber bei wenig Wind und guter Sicht in einer Höhe von maximal 222 Metern fliegen.
In Deutschland gibt es eine Drohnenverordnung, die die Nutzungsbedingungen regelt. Eine Drohne mit einem Abfluggewicht über 25 Kilogramm ist nicht erlaubt. Eine Drohne mit einem Abfluggewicht über 250 Gramm muss Name und Adresse des Drohnenbesitzers feuerfest als Kennzeichnung besitzen. Bei Drohnen über 2 Kilogramm Abfluggewicht ist ein Drohnenführerschein erforderlich. Bei einem Abfluggewicht über 5 Kilogramm wird eine Aufstiegserlaubnis benötigt.
die Verbraucher der zukunftsträchtigen Technologie
Laut Umfragen würden in Deutschland fast die Hälfte aller Befragten einer Lieferung durch eine Drohne zustimmen. Lediglich etwa 17 Prozent der Befragten würden einer Drohnenlieferung nicht zustimmen. Die Möglichkeit für Verbraucher rückt zunehmend mehr
in realistische Reichweite.
Der Digitalverband Bitcom stellte in Umfragen fest, dass über ein Drittel der Verbraucher zukünftig eine Drohnenlieferung erhalten möchten. Besonders jüngere Menschen sind offen gegenüber einer Drohnenlieferung.
Drohnen werden auch im Logistikbereich eingesetzt. Im Pilotprojekt von DHL und dem Drohnenhersteller EHang aus China werden bis zu fünf Kilogramm schwere Kisten per Drohne als Expressendung innerhalb von einem Radius von acht Kilometern an Geschäftskunden transportiert. Die Zustellzeiten verkürzen sich so deutlich und benötigen nur in etwa acht Minuten, statt vierzig Minuten per Lieferwagen.
Die Drohnentechnologie könnte auch im deutschen Raum entlastend für die Umwelt und den innerstädtischen Verkehr sein. Jedoch sind noch Sicherheitsfragen zu klären. Die Deutsche Flugsicherung und die Telekom gründeten das Unternehmen Droniq, um die Flugverkehrskontrolle und die moderne Kommunikationstechnologie effizient miteinander zu kombinieren und somit Drohnen als neue Teilnehmer im Luftraum sicher integrieren zu können.
die Zukunft der Drohnen
Drohnen können zukünftig in größerer Form eingesetzt werden. Vorallem die Lieferung von Paketen mit Drohnen wird immer greifbarer. Allerdings müssen Pakete und Stationen identifizierbar sein. Hierzu gibt es moderne Kennzeichnungstechnik, wie Barcodes, Dotcodes oder RFID. Bereits heute werden Lieferungen im Logistikbereich mit Höchstgeschwindigkeit etikettiert.
Laut einem Aktionsplan von 2020 aus dem Verkehrsministerium könnten die Drohnen zur Auslieferung von Paketen zu einer echten Alternative avancieren. Bislang galt die Drohnenlieferung eher als Pilotprojekt oder Forschungsprojekt. Das Verkehrsministerium hat die Hoffnung, dass sich in zweiter und dritter Reihe parkende Lieferwagen durch die unbemannten Flieger verringern würden und erhofft sich eine Reduzierung des Verkehrs in den Städten. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) äusserte, dass ein Versand von Paketlieferungen mit Drohnen bereits in drei Jahren erfolgen soll und wünscht sich Deutschland hierbei als Leitmarkt.