Dämmstoffe aus Mineralfasern finden Anwendung bei der Isolierung von Gebäuden, Räumen, Dächern außen und innen. Auch in Warmwasseranlagen wird der Dämmstoff verwendet, ebenso wie zur akustischen Isolierung.

Eigenschaften von Mineralfaserdämmung

Das Material ist nicht brennbar und damit auch für den Einsatz im Hochhausbereich geeignet. Neben der thermischen Isolierung ist ein erhöhter Schallschutz möglich. Je nach Zusammensetzung wird von Stein- oder Glaswolle gesprochen. Die Mineralfasern können auch aus Glas hergestellt werden. Als Rohstoff werden silikatische Glasreste wie Scherben, Sand und Kalk-Natrongläser sowie Borgläser verwendet. Dabei wird das Material geschmolzen und zu dünnen Fasern verdüst. Häufig werden die Fasern während der Herstellung imprägniert. Die Primärenergiekosten sind im Vergleich zu alternativen Isolierungsmaterialien relativ niedrig. Die Produkte sind als Wolle, Vlies, Matten, Rollen oder Platten in Dämmsystemen erhältlich. Für die Herstellung von Steinwolle werden Diabas, Basalt, Dolomit und Kalkstein verwendet. Steinwolle ist im Vergleich zur Glaswolle druck- und hitzebeständiger, da Glaswolle bei einer geringeren Temperatur erweicht. Unter Gebrauchstemperaturen sind beide Materialien nicht durch thermische Alterung beeinflusst. Das Material zeichnet sich außerdem durch eine geringe Wasseraufnahme aus, wird aber trotzdem häufig durch Aluminiumfolie imprägniert. Bei der Verarbeitung ist Glaswolle stärker biegsam als Steinwolle. Das erlaubt ein einfaches Zuschneiden und eine Anpassung an unregelmäßigen und unebenen Untergrund. Steinwolle ist im Vergleich zur Glaswolle die teurere Alternative und ist bei gleicher Materialstärke fast doppelt so teuer.

Verwendung

Als Fertigplatten kann der Dämmstoff selbst einfach verlegt werden. Die Staubbildung ist so gering wie möglich zu halten und das Material erst bei Verlegung aus seiner Verpackung zu nehmen. Bei der Verlegung sollte persönliche Schutzausrüstung wie eine Schutzbrille getragen werden. Durch die Flexibilität können Schrägdächer gedämmt werden. Für eine Wärmedämmung mit Glaswolle wird eine Mindestdicke von ca. 160 mm empfohlen. In der Form von Platten ist der Einbau als Flachdachplatten und als Fassadenplatten möglich. Durch ihr leichtes Gewicht halten sie einfach an Decken und an Fassaden. Auch in Innenräumen können die Platten verbaut werden beispielsweise in Trennwänden. Durch die akustischen Eigenschaften sind die Platten auch als Trittschalldämmung geeignet und können zwischen den Böden eingebaut werden. Sie finden auch Einsatz in der technischen Isolierung beispielsweise von Tanks. Auch in der Wärmeisolierung von Öfen findet Mineralwolle Anwendung. Die Platten können einfach mechanisch bearbeitet werden und dadurch auch Rohre umschlossen werden. Weiterhin ist das Material diffusionsoffen und speichert dadurch keine Feuchtigkeit.

Anforderungen

Die Anforderungen an die Produkte aus den Materialien sind nach EN 13162 genormt.
Die Produkteigenschaften für mineralische Dämmstoffe sind genau definiert. Dazu gehören der Wärmedurchlasswiderstand, die Wärmeleitfähigkeit und der Wärmedampfdiffusionswiderstand. Der Wärmedurchlasswiderstand sorgt dafür, dass Wärme von innen nicht so schnell nach außen dringen kann. Auch mechanische Eigenschaften wie die Druckspannung, die Zugfestigkeit und die Druck-Kriechverformung sind als Materialkenngrößen genannt. Auch das Brandverhalten und der Schallabsorptionsgrad werden durch diese Norm festgelegt. Die Dämmstoffe liegen in der höchsten Brandschutzklasse, da sie den Brand trotz direkten Kontakts mit dem Feuer nicht fördern.

Durch die Isolierung können Energiekosten niedrig gehalten und damit CO2 eingespart werden. Aktuell sind Stein- und Glaswolle umweltfreundliche Materialien auf dem Markt. Durch die große Anzahl an Ausführungen sind sie flexibel und effizient einsetzbar und können in Verbundsystemen noch positive zusätzliche Eigenschaften bekommen. Das Material kann mit dekorativen Außenflächen versehen werden und den optischen Eindruck des Gebäudes verbessern. In Innenräumen können sie durch zusätzliche Platten an der Vorderseite dübelbar gemacht werden.

Die Isolierung kann mehrere Jahrzehnte halten. Wenn das Material getauscht werden soll, kann Steinwolle nach seinem Einsatz vollständig, d.h. zu 100 % recycelt werden. Das Material wird dazu in speziellen Behältern gelagert, damit keine Partikel freigesetzt werden können. Dazu können Betriebe mit der Abholung beauftragt werden, die das Material fachgerecht den Recyclingbetrieben zuführen. Privat entsorgt werden können die Dämmstoffe auf dem Wertstoffhof.