Die Zahl der Baugenehmigungen gilt als Indikator für die zukünftige Bautätigkeit. Und im August wurden fast ein Drittel weniger Baugenehmigungen erteilt als vor einem Jahr. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sank um knapp 38 Prozent auf 34.400. Lediglich Neubauwohnungen verzeichneten einen Zuwachs von 13,5 Prozent.
Die Hauptgründe für die Rückgang sind die Materialkosten (Zement ist fast 42 % teurer geworden!) und die hohen Zinsen. Dadurch wird in Deutschland immer weniger gebaut und der Wohnungsbau wird zunehmend zum Sorgenkind der Wirtschaft. Im September mussten sich zudem 21,4 Prozent der Unternehmen mit abgesagten Wohnungsbauprojekten auseinandersetzen.
Aufgrund hoher Zinsen und höherer Baukosten sind viele Projekte wirtschaftlich nicht mehr realisierbar. Trotz der hohen Nachfrage nach Wohnraum ist die Zahl der Baugenehmigungen seit Monaten rückläufig. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird daher nicht erreicht. Bereits Ende September wurden eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der Branche angekündigt, darunter eine flexiblere Gestaltung der Abschreibungsregeln.