Seit Jahren nimmt die Urbanisierung in der Welt zu. Junge Menschen zieht es vermehrt in die Städte und das führt zu immer größer werdenden und wachsenden Städten. 2030 sollen Schätzungen zufolge 6 von 10 Menschen im urbanen Umfeld wohnen und arbeiten. Wenn immer mehr Menschen auf immer weniger Raum wohnen, bedeutet das, dass sich Dinge ändern müssen. Wahrscheinlich müssen wir in Zukunft mit weniger Wohnraum wie bisher auskommen und müssen auch bei der Mobilität Abstriche machen. Aber es bringt auch den Vorteil mit, dass wir auf Innovationen angewiesen sind, um das Leben in der Stadt zu verbessern. Der Städtebau wird in nächster Zeit viele Entwicklungen mitmachen und steht vor einer spannenden Zeit.

Wohnen in der Zukunft

Wie schon erwähnt müssen wir in Zukunft wahrscheinlich mit weniger Wohnfläche pro Person auskommen. Dazu steht man auch noch in Konkurrenz zu den Gewerbetreibenden in der Stadt, die ebenfalls ständig auf der Suche nach neuer Gewerbefläche sind. Außerdem muss auch noch auf die Landwirtschaft und Fläche für Sport und Freizeit geachtet werden.
Aus diesem Grund müssen neue Konzepte her, die Wohnfläche, Gewerbefläche und landwirtschaftliche Flächen mischt und dazu auch noch Raum für Sport und Freizeit bietet.
In der Kreisstadt Winnenden in der Nähe von Stuttgart wird deshalb ein neues Konzept umgesetzt, das dies alles enthalten soll. Die Grundidee das Konzeptes ist es, dass sich in der neuen Siedlung alle genannten Faktoren mischen. Dabei liegen die Gewerbeflächen innen, die Wohnflächen außen herum und nach außen ausgerichtet. Um das Ganze herum liegen dann die Anbauflächen für die Landwirtschaft. Das führt dazu, das die Wohnhäuser ihren Ausblick auf die Grünflächen haben und trotzdem in nächster Nähe zum Arbeitsplatz liegen. Dazu ist alles noch mit einem Verkehrskonzept ausgestattet, dass vor allem auf Fußgänger und Radfahrer Rücksicht nimmt. Für weitere Strecken sind Bahnhöfe, die sich im Inneren der Siedlung befinden, ideal. Für diejenigen, die trotzdem auf ein Auto angewiesen sind, gibt es Garagen an der äußeren Grenze der Siedlung.
Auf solche und ähnliche Konzepte müssen die Stadtplaner in Zukunft bauen, damit Städte wie bisher wachsen können und sich Menschen trotzdem noch dort wohlfühlen.

Verkehrsinfrastruktur in der Zukunft

Noch sind Städteplaner stark auf das Auto fokussiert. Dies ändert sich aber immer mehr. Viele Städte versuchen ihre Innenstadt autofrei zu halten. Das wird zum einen mit Verboten erreicht, aber auch mit verbesserten alternativen Angeboten. Schon jetzt werden Städte mit immer mehr Radwegen ausgestattet und in allen größeren Städten sprießen die Anbieter für Elektroroller aus dem Boden. In Zukunft wird es aber noch weit mehr alternative Fortbewegungsmittel geben. Die wichtigsten Faktoren sind dabei CO2-Neutraler Antrieb, Verfügbarkeit und die Kosten. Dabei Spielen Software, also Apps, die man auf einem Handy benutzt, eine große Rolle. Wenn man ohne Auto mobil sein möchte, will man zumindest jederzeit Informationen haben, wann man wo und wie von einem Ort zum anderen kommt. Ein Beispiel hierfür sind die diversen Car-Sharing-Konzepte, die es in allen Großstädten bereits gibt.
In Zukunft werden noch andere Möglichkeiten hinzukommen. Es wird Entwicklungen bei den bisherigen Konzepten geben und auch ganz neue Verkehrsmittel. Zum Beispiel gibt es mehrere Firmen, die zurzeit an Flugtaxis für wenige Personen arbeiten. Dies würde den Verkehr in der Zukunft vollkommen revolutionieren.
Da die meisten Verkehrsmittel in Zukunft wahrscheinlich elektrisch fahren werden, ist eine Ladesäuleninfrastruktur sehr wichtig. Diese Planung wird eine wichtige Rolle einnehmen. Es ist nicht mehr die reine Verfügbarkeit von normalen Parkplätzen entscheidend, sondern die Verfügbarkeit von Ladestellen für elektronische Fahrzeuge. Dazu kommt die zugehörige Energieversorgung am besten durch erneuerbare Energie.
Natürlich würde in Zukunft auch autonom fahrende Fahrzeuge sowohl für den Individualverkehr als auch für öffentliche Verkehrsmittel eine wichtige Rolle spielen. Mit all diesen Möglichkeiten wird der Verkehr in Zukunft anders aussehen als bisher. Das führt zu einer komplett neuen Ausrichtung, wie Städte geplant werden müssen.